+Interview+

Hier ist das fantastische Interview, was David Sarkar mit Lisa Stanew geführt hat. Viel Spaß beim lesen!

Lisa Stanew im Interview mit David Sarkar

Lisa Stanew ist 14 Jahre alt und spielt in der Serie FABRIXX, die Franziska.
Ihr Lieblingsmusiker ist Robbie Williams und dementsprechend lautet auch ihr Motto: "Alles ist Rock'n Roll"!!
Im folgenden Interview, spricht Lisa Stanew sowohl über ihr Verhältnis zu ihrer Schauspielerkollegin Judith Hellebronth wie auch über die Veränderungen die FABRIXX in ihrem Leben hervorgerufen haben.



David Sarkar:
Wenn man die Entwicklung der, von dir verkörperten Rolle, "Franziska" äußerlich und charakterlich betrachtet, könnte man sagen: Franziska ist vom naiven und arroganten Kind zum Teenie herangewachsen. Wie beurteilst du diese Entwicklung?

Lisa Stanew:
Man kann sagen, sie ist vom Kind zum Teenie herangewachsen, aber ich würde es eher als eine Entwicklung von einem naiven und arroganten Mädchen zu einem etwas erfahrenerem und zickigem Mädchen bezeichnen.
Ich kenn Franziska mittlerweile so gut, dass es mir schwerfällt darauf zu achten, wie sie auf andere wirkt. Ich würde aber schon sagen, dass ich sie durch mein Spiel sehr geprägt habe und sie dadurch auch ein ganzes Stück erwachsener geworden ist.


David Sarkar:
Inwiefern hast du denn die Rolle der "Franziska" geprägt?

Lisa Stanew:
Insofern, dass ich, wenn mir an der Rolle etwas partout nicht gefallen hat, dies durch mein Spielen sehr deutlich gemacht habe, so dass der Produktion schnell klar wurde, was zu der Rolle bzw. zu mir passt oder eben auch nicht. Dies hat letztendlich zu den eben genannten Änderungen der Rolle beigetragen; doch insgesamt gesehen ist es die persönliche Interpretation des Rollencharakters und die dazugehörige schauspielerische Umsetzung, welche eine Prägung in eine andere Richtung fördert
.


David Sarkar:
Du hast mal gesagt, bezogen auf die jugendüblichen Streiche der Franziska: "Lisa, nicht Du machst so dummes Zeug, sondern Franziska." Daraus schliesse ich, dass eine persönliche Distanz zu deiner Rolle nicht immer vorhanden war.

Lisa Stanew:
Nein, war sie auch nicht! Früher fiel mir die nötige Trennung zwischen Rolle und Privatmensch sehr schwer. So habe ich mich persönlich beleidigt gefühlt, wenn z.B. Sebastian (Julian Trostorf) oder Dennis (Benny Kuch) in der Serie über mich lästerten. Heute kann ich darüber lachen und hab eine relativ grosse Distanz zu meiner Rolle entwickelt.


David Sarkar:
Wie lange hat dieser Prozess gedauert?

Lisa Stanew:
Es ist ein Prozess an dem ich eigentlich noch immer arbeite. Ich bin schon sehr viel weiter gekommen, muss mir aber dennoch stellenweise immer wieder bewusst machen, dass ich Lästereien und Sprüche bezogen auf Franziska, nicht ernst nehmen darf, weil sie eben nicht auf mich bezogen sind, sondern auf die Rolle.


David Sarkar:
Du hast mal gesagt, es gäbe nicht viele Gründe um Fernsehen zu gucken. Ist Fabrixx ein Grund?

Lisa Stanew:
Ja, auf jeden Fall! Ich glaube, dass FABRIXX den Interessen der heutigen Jugend entspricht. Wenn ich einmal nicht für die Handlung relevant bin und mir die Serie zuhause anschaue, bin ich mehr als zufrieden. FABRIXX ist spannend, lustig und abwechslungsreich-einfach sehr unterhaltsam!



David Sarkar:
Auf der Internetpage
www.judith-hellebronth.de (Site der Fabrixx-Darstellerin Judith Hellebronth) hast du einen Artikel über dein Verhältnis zu Judith geschrieben. In diesem Text schreibst du: "Sie verleiht den meist lächerlichen Texten erstaunlich viel Tiefsinn und Nachdenklichkeit". Inwiefern sind denn eure Texte lächerlich?

Lisa Stanew:
Viele unserer Drehbuchschreiber teilen den Rollen desöfteren immer noch kindische Texte zu; obwohl wir über dieses Kinderstadium eigentlich schon lange hinaus sind. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass die Drehbücher eben nicht von Jugendlichen geschrieben werden, sondern von erwachsenen Drehbuchautoren denen es eben schwerer fällt, sich in unsere Welt hinein zu versetzen.



David Sarkar:
Stört dich das?

Lisa Stanew:
Nein, nicht wirklich!! Wir haben viel Mitbestimmungsrecht und können sagen, ob uns die Texte zusagen oder nicht. Ich kann z.B. zur Schauspiellehrerin Gesine oder zur Regiesseurin gehen und Änderungsvorschläge bezüglich des Textes äußern.
Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die Dialoge in der Drehbuchfassung dem heutigen Stil der Jugendsprache, desöfteren nicht mehr entsprechen. Ich denke aber, dass man hier auch geteilter Meinung sein kann.


David Sarkar:
Es gab mal eine Zeit, in der du vor der Entscheidung standest: "FABRIXX- Ja oder Nein?"
Du bist dann zusammen mit Judith zum Producer Ronald gegangen und ihr habt getobt und geschrien; euch ausgeheult und wolltet, dass eure Kritik an FABRIXX erhört wird. Ronald Stephan hat dies wenig beeindruckt und eure Bitten, etwas zu ändern, wurden folglich nicht erhört.

Lisa Stanew:
Ja, das war in einer Zeit, welche letztendlich die gesamte Entwicklung des FABRIXX geprägt hat. Judith und ich haben gegen alles und jeden gewettert und waren mit nichts zufrieden. Hatten wir eine Macke bzw. einen Fehler gefunden, hackten wir unaufhörlich auf ihm herum. In jener Zeit sind wir oft zu Ronald gegangen, haben uns ausgeheult und unserem Ärger versucht Luft zu machen.
Irgendwann hiess es dann: "FABRIXX ist FABRIXX und wenn ihr es nicht mehr wollt, dann müsst ihr aufhören!!"
Ab diesem Punkt hatten wir begriffen, dass man den einen oder anderen Anschiss in Kauf nehmen muss und nicht aus jedem aufkommendem Missstand ein Drama anzetteln muss.


David Sarkar:
War es nicht hart, dass euch Ronald Stephan trotz eures Flehens, letztendlich nicht geholfen hat?

Lisa Stanew:
Nein! Nein diese Verhaltensweise, war im Nachhinein gesehen, die einzig richtige.
Es war schon hart zu merken, dass nicht alles nach unserer Pfeife tanzt; doch hätte er uns nicht stellenweise zurecht gewiesen, wären wir wahrscheinlich lange schon abgehoben und eingebildet geworden. Ronald Stephan hat genau richtig reagiert und dafür bin ich ihm sehr dankbar.



David Sarkar:
Desweiteren schreibst du in dem Text, dass ihr durch FABRIXX ein Stück Kindheit nicht ausleben konntet. Was meinst du damit?

Lisa Stanew:
Die Zeit, die ein normaler Jugendlicher mit seinen Freunden und dem Schulstress verbringt, verbringen wir im FABRIXX. Wir sind durch die Arbeit im FABRIXX ein ganzes Stück erwachsener geworden, eben weil wir größtenteils mit Erwachsenen zusammen arbeiten, oft unsere Klappe halten müssen und uns an gewisse Arbeitsbedingungen zu gewöhnen haben. Dies alles, müssen andere Jugendliche nicht.


David Sarkar
Trifft die Aussage "Es ist nicht alles Gold was glänzt", auf die Arbeit im FABRIXX zu?

Lisa Stanew:
Ja, in gewisser Weise schon. Früher dachte ich oft: "Ach, wär das geil in so einer Serie wie z.B. Schloss Einstein mitzuspielen", doch letztendlich habe ich durch FABRIXX gemerkt, dass es auch richtig harte Arbeit sein kann. Oft dauern die Drehs mehrere Stunden. Dazu kommen Autogrammstunden, Promotiontermine und Interviews.
Wenn man als Darsteller in einer Serie Erfolg haben will, kostet das viel Zeit und Arbeit. Man muss oft an seine seine Grenzen gehen. Schattenseiten gibt es überall, so auch im FABRIXX.



David Sarkar:
Daraus könnte man schliessen, dass ihr den Fans eine heile Welt vorspielt, welche eigentlich voller Stress und Ärger ist. Stimmt das?

Lisa Stanew:
Nein, das würde ich nicht so sehen.
Meiner Meinung nach, können die Fans schon unterscheiden zwischen unserem Leben im FABRIXX und der eigentlichen Realität. Sie wissen, dass auch wir nicht immer gut drauf sind und auch in unserem Leben nicht immer die Sonne scheint.
FABRIXX ist nur eine Serie und wir sind alle Darsteller dieser Serie, die auch in die Schule gehen und auch mal Stress mit Freunden haben. In diesem Punkt unterscheiden wir uns nicht von anderen.


David Sarkar:
Du bekommst für FABRIXX ein regelmäßiges Gehalt.
Welche Rolle spielt Geld in deinem Leben?

Lisa Stanew:
Wenn es um Shopping und die neuesten Klamotten geht, spielt es schon eine große Rolle.
Es ist ein netter Beigeschmack zu den Dreharbeiten; doch umgehen kann ich mit Geld überhaupt nicht.
Wenn ich mal nicht flüssig bin, ist es aber auch nicht so tragisch. Dann leih ich mir etwas von Freunden oder komm eben auch mal ohne über die Runden. Das ist kein Problem.



David Sarkar:
FABRIXX hat mittlerweile eine große Fangemeinde um sich geschart. Seid ihr von Fans abhängig?

Lisa Stanew:
Ja, sind wir! Wenn wir z.B. Promotion in Erfurt oder Berlin machen, sind Fans auf jeden Fall eine sehr wichtige Sache. Sie geben uns Kraft und halten die Serie am laufen. Sie machen Mut und unterstützen uns. Das ist großartig und ohne die vielen Fans würde FABRIXX sicherlich nicht mehr existieren. Wir sind den Fans zu großem Dank verpflichtet.


David Sarkar:
Würdest du dich selber als intelligent bezeichnen?

Lisa Stanew:
Nein, wirklich intelligent bin ich nicht.
Ich bin auch nicht doof, aber ich glaube die Bezeichnung "Clever" trifft auf mich schon eher zu. Vielleicht halten mich andere für intelligent, aber von mir selber aus, würde ich dies nicht behaupten.


David Sarkar:
Lisa, danke für dieses interessante Gespräch!!



Ein Interview von David Sarkar
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(Copyright by: http://www.davidsarkar.de.vu)






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